Der Kommunismus ist die allumfassende Waffe des Proletariats: Er vereint Wissenschaft und Weltanschauung im Kampf um eine neue Welt!

rot-front-mao-massen(Flugblatt zum 1. Mai 2013) Der 1.Mai als internationaler Kampftag des Proletariats entstand im Kampf um die Durchsetzung des Achtstundentages. Bereits 1856 kämpften in Australien die ArbeiterInnen für einen Achtstundentag, am 1.Mai gab es eine bedeutende  Massendemonstration. Die ArbeiterInnenbewegung in Nordamerika rief, im Bezug auf diese Kämpfe, am 1.Mai 1886 zum Generalstreik und Massendemonstrationen für den Achtstundentag auf. Dem gingen zahlreiche Streiks und Demonstrationen voraus, am 1.Mai folgte ein dreitägiger Streik in Chicago. Es kam zu gewaltigen Auseinandersetzungen zwischen den ArbeiterInnen und der Polizei, wo zahlreiche ArbeiterInnen ermordet wurden. Die Zweite Internationale erklärte daraufhin 1889, im Gedenken an die Gefallenen, den 1.Mai als Kampftag der Arbeiterbewegung. Am 1.Mai 1890,  vor 123 Jahren, „feierte“ die internationale Arbeiterbewegung diesen Tag mit Massendemonstrationen und Streiks.

Auch heute, 2013, kämpft das weltweite Proletariat für seine Rechte, für ein besseres Leben und gegen den Imperialismus. Millionen ArbeiterInnen marschieren an diesem Tag auf den Straßen und demonstrieren ihre Stärke. Der 1.Mai ist zwar auch ein Feiertag des Proletariats, doch geht es eben nicht um Biertrinken, Gastgarten, Wandertag mit der Familie oder Partys – als unterdrückte Klasse hat das Proletariat keine Freiheit, es liegt in Ketten. Wie Jura Soyfer schrieb „Ihr nennt uns Menschen? Wartet noch damit!“, ist jeder Feiertag des Proletariats ein Kampftag mit dem es einen Schritt weiter kommt seine Ketten zu sprengen, und eine neue Welt zu schaffen!

Am 1.Mai geht es auch nicht nur um Straßenschlachten mit der Polizei, oder einen plakativen Aufmarsch. Das Proletariat kämpft nicht wegen der Reform wegen, oder um bei Demonstrationen ab und zu Dampf abzulassen –  es hat eine historische Mission zu erfüllen, in der kommunistischen Bewegung ist der 1.Mai über die Frage der Tageskämpfe und den mittelfristigen Zielen des Klassenkampfes, auch ein Tag der unter der Frage der Eroberung der politischen Macht steht. Eine damit verbundene konsequente Militanz in allen Bereichen des Lebens, kann sich die ArbeiterInnenbewegung nur dann erobern, wenn sie sich darüber klar wird, dass es die einzige Klasse ist, welche die Klassenherrschaft für immer beenden wird. Um diese historische Aufgabe wahrzunehmen geht es am 1.Mai um das Forwärtsschreiten der Bewegung, in ideologischer, politischer und organisatorischer Weise. Silvester ist ein Feiertag, welcher das neue Jahr des Kalenders einleitet, bestimmt und vorgegeben durch die herrschende Kultur, der 1.Mai hingegen ist ein Tag, der für das Proletariat ein neues Kampfjahr einleitet und bestimmt wird von den Fortschritten, Fehlern, Verlusten und Siegen des vergangenen Jahres, sowie der Perspektive und Aufgaben für das kommende Jahr.

„So flieg du flammende, du rote Fahne, voran dem Wege den wir ziehn, wir sind der Zukunft getreue Kämpfer, wir sind die Arbeiter von Wien!“ (aus dem Kampflied „Die Arbeiter von Wien“)

***

Die aggressive imperialistische Politik treibt die ArbeiterInnen und Massen zur Empörung, zum Hass und zur Rebellion gegen dieses System. Wie die Kämpfe der jüngeren Vergangenheit (beispielsweise im „arabischen Frühling“) und der Geschichte beweisen, kommt den fortschrittlichen Kräften die entscheidende Rolle zu, diese Kämpfe zum Ziel, der nationalen Befreiung, Erringung demokratischer oder wirtschaftlicher Rechte und schließlich zur Revolution, zur Befreiung zu führen. Lenin erklärte dazu, „Die Arbeiterklasse fühlt sich spontan zum Sozialismus hingezogen, aber die am weitesten verbreitete (und in den mannigfaltigsten Formen ständig wiederaufstehende) bürgerliche Ideologie drängt sich trotzdem spontan dem Arbeiter am meisten auf.“ (1) Es zeigt sich, dass die ideologische Frage entscheidend ist, für die fortschrittlichen, revolutionären und kommunistischen Kräfte, im Kampf um die Eroberung der Massen, im Kampf gegen den Opportunismus, Reformismus, Anarchismus und Revisionismus, welche alle eine bürgerliche Ideologie und Politik vertreten und die Massen damit in die Irre führen!

Der wissenschaftliche Sozialismus muss heute nicht neu erfunden werden, mit den bisherigen Lehren des Klassenkampfes, der Systematisierung durch hauptsächlich Marx, Lenin und Mao, ist er bereits umfassend entwickelt,  hinter einen dieser drei Klassiker zurückzugehen, bedeutet den historischen dialektischen Materialismus zu verwerfen und führt zwangsweise in den Idealismus.

Karl Marx (und mit ihm auch wesentlich Friedrich Engels), überwand durch eine kritische Auseinandersetzung die bisherigen Ideen eines utopischen Sozialismus, sowie die bisherigen Ideen und Methoden in der wissenschaftlichen Arbeit und Weltanschauung. Es war ein Kampf gegen den Idealismus in dem Marx den historischen dialektischen Materialismus, nicht nur als Philosophie sondern als Weltanschauung um die Welt zu gestalten, entwickelte. Der Marxismus lehrt, dass in der bisherigen Geschichte stets der Kampf zwischen den Klassen, die entfesselte Gewalt der Unterdrückten der Antrieb für Entwicklung und Fortschritt war, doch das Proletariat, da es nur gewinnen kann, wenn es die herrschenden Verhältnisse vollkommen umwälzt, die einzige Klasse ist, welche die Klassengegensätze endgültig aufheben kann und wird. Karl Marx begründete den Kommunismus allumfassend als Weltanschauung, in der ökonomischen, philosophischen und politischen Frage. Er legte dar, dass der Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital, der sich politisch in den Klassen Bourgeoisie und Proletariat ausdrückt, unversöhnlich ist und nur mit der Machteroberung des Proletariats gelöst  werden kann. Der Zweck der KommunistInnen, so wie es im Manifest der Kommunistischen Partei steht, ist dabei: „Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisieherrschaft, Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat.“

„Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung.
Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern.
Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.
Proletarier aller Länder vereinigt euch!“
(Manifest der Kommunistischen Partei)

Mit dem Beginn der Epoche des Imperialismus, den Errungenschaften der Oktoberrevolution und der Errichtung des Sozialismus in Russland, wurde der Marxismus bereichert und mit den Leninismus auf eine neue Stufe gehoben. Der Leninismus ist nicht nur eine Wiederbelebung des Marxismus im Kampf gegen den Revisionismus der II.Internationale, sondern vor allem durch den Bruch mit dem damaligen Revisionismus und dessen Überwindung, eine Weiterentwicklung. Mit Lenin begann die Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution. Der Leninismus erbringt den Beweis, dass der Imperialismus, in dem die Welt vollständig unter einpaar Imperialisten aufgeteilt ist, es zwangsweise zu Kriegen unter ihnen kommt, ein faulendes, parasitäres weltweites System ist, der besiegt wird durch den gemeinsamen Kampf der  unterdrückten Völker und des Weltproletariats in der proletarischen Weltrevolution. Lenin entwickelte die Partei neuen Typs, die Kommunistische Partei als notwendige Waffe des Proletariats zur Machtergreifung. Alle bisherigen Mittel der ArbeiterInnen, wie Parlament oder Gewerkschaft, erwiesen sich für die Arbeiterbewegung als unausreichend. So stellte Lenin fest, dass es für die Armee des Proletariats einen Generalstab, ein Zentrum braucht, welches die Klasse bei der Eroberung der Macht und der Festigung der Macht führt. Lenin hob die Theorie und die Praxis auf eine neue Stufe, auf eine Stufe die den grundlegenden Widersprüche des Imperialismus entspricht. Lenins Kampf gegen den Revisionismus, die Schaffung der Kommunistischen, der III. Internationale und die Errichtung der ersten umfassenden Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion, waren von entscheidender Bedeutung für die kämpfenden Massen weltweit.

Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!

Mit den Erfahrungen der chinesischen Revolution und der Systematisierung und Weiterentwicklung durch Mao Zedong, ist die Wissenschaft des Kommunismus mit dem Maoismus auf eine neue Stufe gehoben worden, in der heutigen Etappe der proletarischen Weltrevolution. Mit der Theorie und Praxis der chinesischen Revolution, der Kulturrevolution und dem Kampf gegen den modernen Revisionismus, bereicherte  Mao Zedong den wissenschaftlichen Sozialismus, in militärischen, politischen, ökonomischen und philosophischen Fragen. Mao Zedong entwickelte die proletarische Weltanschauung grundlegend weiter, mit der Hervorhebung des Gesetzes des Widerspruchs, des Kampfes zwischen den Gegensätzen und der relativen Einheit der Dinge. Er entdeckte dies als allgemeines Gesetz, das allen Dingen innewohnt und in jedem Bereich der Gesellschaft bewusst angewendet werden kann. So entwickelte Mao die Erkenntnistheorie des wissenschaftlichen Sozialismus weiter, unter Anwendung derer er ein neues Verständnis vom Verhältnis zwischen Avantgarde und Massen entwickelte. Das zeigt sich deutlich in der Massenlinie,  in der Entwicklung einer sozialistischen Ökonomie und Militärwissenschaft. Mao entwickelte den wissenschaftlichen Sozialismus außerdem  im bewussten zwei Linien Kampf innerhalb der Partei, der Anerkennung der Existenz von Klassen unter der Diktatur des Proletariats und mit der Theorie der Neudemokratischen Revolution weiter.

In der Stärkung der Diktatur des Proletariats durch die revolutionäre Bewegung und Aktion der Massen – der Kulturrevolution, fanden die Errungenschaften Maos, ihren konzentrierten Ausdruck. In der Zusatzerklärung der Revolutionären Internationalistischen Bewegung (RIM), heißt es dazu:

„Lenin sagte: „Nur der ist ein Marxist, der die Anerkennung des Klassenkampfes auf die Anerkennung der Diktatur des Proletariats ausdehnt.“ (…) Jetzt kann festgestellt werden, dass nur der ein Marxist ist, der die Anerkennung des Klassenkampfes auf die Anerkennung der Diktatur des Proletariats und die Anerkennung der objektiven Existenz von Klassen, der antagonistischen Klassenwidersprüche, der Bourgeoisie in der Partei und der Fortsetzung des Klassenkampfes unter der Diktatur des Proletariats während der gesamten Periode des Sozialismus bis zum Kommunismus anerkennt.“ (2)

Rebellion ist gerechtfertigt!

“Das Volk und nur das Volk ist die Triebkraft, die die Weltgeschichte macht!“ (Mao Zedong)

Hinter diese Errungenschaften des Proletariats zurückzugehen, heißt dem Idealismus zu verfallen. Denn nur mit Hilfe der am weitest entwickelten sozialistischen Wissenschaft, kann man sich heute die Welt richtig erklären.  Wir leben in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Weltrevolution, mit der derzeitigen weltweiten Krise, der Zuspitzung der Widersprüche kehren die Klassenkämpfe, mehr noch der offene Klassenkrieg wieder zurück in die imperialistischen Zentren. Die Frage der Führung durch die Avantgarde, welche Strategie verfolgt wird, welche Taktik ausgearbeitet wird, usw. können nicht mit bürgerlichen Methoden oder einer bürgerlichen Wissenschaft gelöst werden. Je stärker die objektiven Verhältnisse dazu drängen, diese Fragen zu lösen, desto mehr kommt die bürgerliche Ideologie in Bedrängnis. Es ist daher kein Zufall, dass sich die Auseinandersetzungen und die Ausdifferenzierung zwischen den politischen Organisationen, mit einem stärker Werden der Klassenkämpfe, auch verschärfen. Immer klarer wird sich mit den kommenden Kämpfen eine Linie zwischen bürgerlichen „Linken“ und der proletarischen Avantgarde ziehen. Das betrifft beispielsweise die Haltung zu den bürgerlichen Wahlen, auf welche soziale Basis ein Programm aufbaut (die Arbeiteraristokratie, das Kleinbürgertum, untersten Schichten der ArbeiterInnenklasse), wie es verstanden wird in spontane Bewegungen der Massen richtig zu intervenieren, ob die Reform der Revolution dient oder der Reform wegen erkämpft wird… schlussendlich betrifft es die Frage der Eroberung der Macht durch das Proletariat. Wie es bei Marx bereits heißt, hat allein das Proletariat nichts zu verlieren, jedoch eine Welt zu gewinnen, es hat Interesse an einem gewaltsamen Sturz der herrschenden Ordnung.

In der maoistischen Militärwissenschaft hat das Proletariat eigene Besonderheiten, die in der militärischen Strategie und Taktik berücksichtigt und zu seinem Vorteil genutzt werden müssen. Darin heißt es Stützpunkte zu errichten und unter Führung der Kommunistischen Partei eine Massenbewegung zur Umwälzung der Politik, Wirtschaft und Kultur einzuleiten. „Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen“ (Mao Zedong). Daher müsse immer die Partei die Gewehr kontrollieren und nicht umgekehrt. Primär sei die Ideologie und Politik, die es versteht die revolutionäre Gewalt der Massen zu entfesseln und zu führen. Im wissenschaftlichen Sozialismus ist Mao Zedongs Lehre vom Volkskrieg universell, sie lehrt Prinzipien der revolutionären Kriegsführung für die Taktik und Strategie. Wie diese Prinzipien anzuwenden sind, sieht je nach der konkreten Lage unterschiedlich aus.

Als Rot Front Kollektiv verstehen wir es als unsere Aufgabe die Diskussion und Debatte im Verständnis des wissenschaftlichen Sozialismus zu fördern. Aufgrund der Weltlage und der konkreten Situation in Österreich, wo ein Erwachen der Massen- und Arbeiterbewegung im Entstehen ist, der subjektive Faktor der revolutionären und kommunistischen Kräfte jedoch nicht stark entwickelt ist, wollen wir in der Vertiefung des Kommunismus, sowie im Verständnis des Verhältnis der Avantgarde zur Masse einen Beitrag leisten und das Studium und die Auseinandersetzung um diese Themen fördern.

Rot Front Kollektiv, April 2013

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(1) Lenin, Was tun?, II. Kapitel, Spontaneität der Massen und Bewusstheit der Sozialdemokratie

(2) Erklärung der Revolutionären Internationalistischen Bewegung (RIM) 1993, Partisan Literaturvertrieb, Wien 2013

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